| Hürlimann Stefan |
Gewänder der Macht von sichtbaren Titeln und Hierarchien zu unsichtbarem Optimierungsdruck
Leitung: Stefan Hürlimann, Geschäftsführer der Changetraining GmbH ist in den Bereichen Organisations- und Personalent-wicklung tätig. Nebst der Begleitung von Macht- und Status-fragen in Re-Organisationen ist er spezialisiert in den Berei-chen Konflikt-Management, Führungsschulungen und HR-Transformationen.
Fünf Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Forschung, Lehre und Beratung legen ihre persönlichen Ansichten, Einstellungen und Erfahrungen zu Macht und Status in Organisationen of-fen. Es geht um folgende Fragenstellungen: - Geht der Trend zu mehr oder weniger Macht &Status? - Wie sieht Leadership mit und ohne Macht aus? - Was sind ideale Organisationsformen im Fokus von Macht & Status? - Wie lebt es sich in solchen Systemen?
Ob wir dabei eher in Richtung Monarchie oder Demokratie gehen und was darin „Freiheit“ bedeutet, möchten wir mit Ihnen ergründen. Müssen und können die Mitarbeitenden mehr Selbstverant-wortung übernehmen oder braucht es vermehrt (Experten-) Macht in der Führung? Ist die Aufforderung zur Selbstausbeu-tung die raffinierteste machtvolle Instrumentalisierung der Ressource Mensch, weil sie es verunmöglicht sich gegen die Machtzumutung von aussen zur Wehr setzen zu können? Im Weiteren erhellen wir, ob die Matrixorganisation eine Ver-schleierung von Verantwortung ist oder ob mehr flache Orga-nisationen oder hierarchische Struktur gefragt sind. Wir disku-tieren, ob persönlicher Status wie bei Ärzten – den „Göttern in Weiss“ – nur in Ausnahmefällen oder generell noch Verwen-dung findet.
Drei Ansichten unserer „Big Five“-Podiumsteilnehmenden: a. Marc Bleiker findet, dass unter dem steigenden Kon-kurrenz- und Preisdruck Organisationen schneller und flexibler werden müssen. Vorbei sei die Zeit, wo das Topmanagement alle Entscheide alleine fälle und an der ‚Basis‘ umgesetzt werde. Nur mit dem ‚Empower-ment‘ aller Mitarbeitenden in der Organisation werde erreicht, dass das Wissen und die Erfahrung der An-gestellten in der Verbesserung von Produkten, Dienst-leistungen oder Prozessen einfliesse und Innovation gefördert werden. b. Ein Trend zu mehr oder weniger Macht und Status in Unternehmen ist für Dr. Georg Michalik von Axpo nicht erkennbar. Firmen seien schon immer Monar-chien und daran habe sich trotz aller gesellschaftli-chen Liberalität nichts geändert. Ob Marktwirtschaft oder Monarchie, was bleibe sei: je vertikaler die Kommunikation, je angenehmer für Risi-koaverse; je horizontaler, je angenehmer für Unter-nehmerpersönlichkeiten. c. Innovation sei einer der Erfolgsschlüssel moderner Unternehmen. Dr. Rolf Hotz von Novartis ist über-zeugt, dass Innovation sich am besten in einem Ar-beitsumfeld entfalte, das engagierte Partizipation aller am Ganzen möglich mache. Die Organisation solle Menschen ermöglichen, das Unmögliche zu denken, es zu realisieren wagen und damit neue Wege zu be-schreiten. Nicht Macht zu konzentrieren sei die Her-ausforderung der nächsten Jahre, sondern Verantwor-tung gemeinsam wahrzunehmen. Das sei die Voraus-setzung für erfolgreiches Handeln.
Mitwirkende: Christa Sieber ist verantwortlich für die ‚Leitung Dienste‘ bei der EB Zürich / Bildungszentrum für Erwachsene BiZE, bei welcher die Matrix eingeführt und wieder abgeschaffen wur-de; aktuell wird wieder eine Einführung diskutiert. Dr. Georg Michalik, Leiter Personalentwicklung Axpo be-hauptet, dass Unternehmen Monarchien sind und wer etwas verändern möchte, sollte beim Monarchen beginnen. Dr. Rolf Hotz, in leitender Funktion eines mittleren For-schungs- und Entwicklungsbetriebs von Novartis Tiergesund-heit tätig behauptet: Der Mächtige im Unternehmen, früher der sogenannte Chef, mit Autorität und Befehlsgewalt gleich-gesetzt, ist heute eher der „Primus inter Pares“. Reto Jeker, Human Resources and Vice General Manager. Grand Hotel Les Trois Rois behauptet Hierarchie, Disziplin und Titel sind im Hotelbetrieb wichtig. Macht und Status sind normal: Mitarbeitende sind vom Akademiker bis zum Teller-wäscher da – zudem lassen Gäste in einem 5-Sterne-Haus, manchmal ihre „Macht“ gegenüber dem Personal spüren. Marc Bleiker, Inhaber der BLEIKER CONSULTING begleitet Teams, welche sich neu orientieren und beratet Organisatio-nen in Veränderungsprozessen und sagt: dass durch die ‚Demokratisierung‘ der Macht das Individuum aber auch das Team mehr Eigenverantwortung übernehmen müssen. Diese Modelle beeinflussen das Machtgefüge in Organisationen und den Status von Einzelnen massiv.
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